Zürcher Arbeitsmarkt im September 2011: Ist die Arbeitsmarktentwicklung am Wendepunkt?

07.10.2011 - Medienmitteilung

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Nach einer Stagnation im August sind die Arbeitslosenzahlen im September geringfügig gestiegen. Die Quote verharrte bei 2,9 Prozent. Insgesamt bestätigt sich, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Zürich einen Wendepunkt erreicht hat. Für die kommenden Monate ist eine weitere Eintrübung der Arbeitsmarktlage zu erwarten.

Ende September 2011 waren in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich 20‘772 Personen arbeitslos gemeldet, 144 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote blieb mit 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert und liegt 0,1 Prozentpunkte über dem schweizerischen Durchschnitt.

War im August noch die Rede von einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt, verdichten sich nun die Anzeichen, dass es zu einer Kehrtwende in der Entwicklung gekommen ist. Dies zeigt sich unter anderem bei den Meldungen über Entlassung grösseren Ausmasses sowie bei den Anmeldungen zu Kurzarbeitsentschädigung. Dennoch stellt sich die Arbeitsmarktlage im Kanton Zürich nicht dramatisch dar, da sich die Zunahmen in sehr moderatem Rahmen bewegen.

Gingen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) im Juli noch 19 Anmeldungen von Betriebseinheiten zu Kurzarbeitsentschädigung ein, stieg die Zahl im August auf 26 und im September auf 70 Anmeldungen. Mehr als die Hälfte der im letzten Monat eingegangenen Anmeldungen gaben als Grund die jüngste Frankenstärke an. Da die endgültig abgerechneten Fälle erst mit rund drei monatiger Verzögerung in der Statistik erfasst werden, bleiben die effektiven Kurzarbeitszahlen aber noch bis Ende Jahr abzuwarten.

Auch die Meldungen zu Entlassungen grösseren Ausmasses deuten auf eine Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hin. Zwischen Anfang August und Ende September gingen beim AWA 9 Meldungen ein, die insgesamt 627 Beschäftigte betreffen. Damit im Einklang steht die Zunahme der Neuanmeldungen in den RAV sowie des Anteils an Personen, die erst seit kurzer Zeit arbeitslos sind. Vom Anstieg leicht überdurchschnittlich betroffen sind Kader- und Fachfunktionen, während bei Hilfsfunktionen und Lehrlingen der Anteil an der Arbeitslosigkeit leicht zurückgegangen ist.

Zürcher Wirtschaft hält sich vergleichsweise robust

Die zunehmende Verschlechterung des internationalen Konjunkturklimas trübt auch die Stimmung in der Schweizer Wirtschaft. Allerdings wird für die Schweiz noch keine Rezession prognostiziert. Es ist lediglich von einer spürbaren Wachstumsverlangsamung die Rede. Grundsätzlich bleiben die Aussichten für das Winterhalbjahr 2011/12 eingetrübt.

Die Zürcher Wirtschaft zeigt zwar noch keine eindeutigen Anzeichen einer starken Wachstumsabschwächung. Doch wird sie sich dem Einfluss des internationalen und nationalen Umfelds nicht entziehen können und ebenfalls in den kommenden Quartalen voraussichtlich eine merkliche Verlangsamung erfahren. Dies dürfte sich entsprechend in einer weiteren Ausweitung des Ungleichgewichts im Arbeitsmarkt respektive in einer weiter zunehmenden Arbeitslosigkeit niederschlagen.

(Medienmitteilung des Amtes für Wirtschaft und Arbeit)

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